Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Stand: Februar 2026

§ 1 Geltungsbereich

  1. Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB") gelten für alle Verträge, die zwischen der Vinspire GmbH, Mittlere Straße 10, 72636 Frickenhausen (nachfolgend „Anbieter") und dem Nutzer (nachfolgend „Kunde") über die Plattform „Well of Mimir" geschlossen werden.
  2. Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende AGB des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung schriftlich zu.
  3. Die Plattform richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB (B2B). Die Nutzung durch Verbraucher im Sinne des § 13 BGB ist nicht vorgesehen.

§ 2 Leistungsbeschreibung

  1. Der Anbieter stellt dem Kunden über die Plattform „Well of Mimir" eine webbasierte SaaS-Lösung (Software as a Service) zur Recherche, Filterung und zum Export von B2B-Geschäftskontakten (Leads) in Deutschland zur Verfügung. Es handelt sich um einen Mietvertrag über die zeitweise Überlassung der Software zur Nutzung über das Internet (§§ 535 ff. BGB).
  2. Die Leistung umfasst im Einzelnen:
    • Zugang zu einer Datenbank mit über 100.000 deutschen Unternehmensdatensätzen aus öffentlich zugänglichen Quellen;
    • Suchfunktionen mit mehr als 50 Filterkriterien (z. B. Branche, Standort, Rechtsform, Unternehmensgröße);
    • Export von Suchergebnissen als CSV- oder Excel-Datei;
    • Erstellung und Verwaltung von Lead-Listen;
    • Analytics-Dashboard zur Übersicht über Suchhistorie und Credit-Verbrauch;
    • Bei Registrierung: einmalige Bereitstellung von 100 kostenlosen Credits zum Testen der Plattform.
  3. Der konkrete Funktionsumfang richtet sich nach dem jeweils gebuchten Tarif (Plan) und der aktuellen Leistungsbeschreibung auf der Website.
  4. Der Anbieter ist berechtigt, den Funktionsumfang der Plattform jederzeit zu erweitern oder anzupassen, sofern dies dem Kunden zumutbar ist und der wesentliche Leistungsumfang erhalten bleibt. Ein Anspruch des Kunden auf Beibehaltung bestimmter einzelner Funktionen besteht nicht, solange die vertragswesentliche Gesamtleistung nicht beeinträchtigt wird. Wesentliche Einschränkungen werden dem Kunden mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten mitgeteilt.
  5. Die der Plattform zugrunde liegenden Datenquellen (z. B. öffentliche Register, Verzeichnisse, Schnittstellen Dritter) können sich jederzeit ändern. Der Anbieter ist berechtigt, Datenquellen auszutauschen, hinzuzufügen oder einzustellen, sofern der Gesamtcharakter der Plattform erhalten bleibt. Ein Anspruch des Kunden auf eine bestimmte Datenquelle oder einen bestimmten Datenprovider besteht nicht.

§ 3 Registrierung und Nutzerkonto

  1. Die Nutzung der Plattform setzt eine Registrierung und die Erstellung eines Nutzerkontos voraus.
  2. Der Kunde ist verpflichtet, bei der Registrierung wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen und diese aktuell zu halten.
  3. Die Zugangsdaten sind vertraulich zu behandeln. Der Kunde haftet für jede Nutzung seines Kontos, soweit er dies zu vertreten hat.
  4. Der Anbieter behält sich vor, Nutzerkonten bei Verstößen gegen diese AGB zu sperren oder zu löschen (siehe § 12).

§ 4 Credits und Abonnement

  1. Die Nutzung bestimmter Funktionen der Plattform (z. B. Lead-Recherchen und -Exporte) erfordert Credits. Ein Credit entspricht einem exportierten Lead.
  2. Bei Registrierung erhält der Kunde einmalig 100 kostenlose Credits. Eine Kreditkarte ist dafür nicht erforderlich.
  3. Credits werden monatlich gemäß dem gewählten Tarif gutgeschrieben. Nicht verbrauchte Credits werden auf den nächsten Monat übertragen.
  4. Zusätzliche Credits können als einmalige Top-Ups erworben werden.
  5. Abonnements verlängern sich automatisch zum Ende der jeweiligen Laufzeit, sofern sie nicht rechtzeitig gekündigt werden (siehe § 10).

§ 5 Preise und Zahlung

  1. Die aktuellen Preise ergeben sich aus der Preisliste auf der Website des Anbieters. Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen Umsatzsteuer, soweit zutreffend.
  2. Die Zahlung erfolgt über den Zahlungsdienstleister Stripe. Es gelten zusätzlich dessen Nutzungsbedingungen.
  3. Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, den Zugang zur Plattform zu sperren, bis die ausstehenden Beträge beglichen sind.

§ 6 Preisanpassungen

  1. Der Anbieter behält sich vor, die Preise für laufende Abonnements anzupassen, um gestiegene Betriebskosten (z. B. Hosting, Datenquellen, Infrastruktur) oder technische Weiterentwicklungen weiterzugeben.
  2. Preisänderungen werden dem Kunden mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten per E-Mail mitgeteilt.
  3. Im Falle einer Preiserhöhung hat der Kunde das Recht, das Abonnement zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung außerordentlich zu kündigen. Wird nicht gekündigt, gilt die Preisanpassung als akzeptiert.
  4. Preisanpassungen für bereits bezahlte Abrechnungszeiträume sind ausgeschlossen.

§ 7 Nutzungsrechte und -pflichten

  1. Der Anbieter gewährt dem Kunden ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Recht zur Nutzung der Plattform während der Vertragslaufzeit im Rahmen des gebuchten Tarifs.
  2. Die über die Plattform exportierten Daten dürfen vom Kunden für eigene geschäftliche Zwecke (z. B. Vertrieb, Marketing) verwendet werden. Eine Weitergabe oder ein Weiterverkauf der Daten an Dritte ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Anbieters nicht gestattet.
  3. Der Kunde verpflichtet sich, die Plattform nur im Rahmen der geltenden Gesetze zu nutzen. Insbesondere darf der Kunde:
    • die exportierten Daten nicht für Spam, unverlangte Werbung oder andere rechtswidrige Zwecke verwenden;
    • die Plattform nicht in einer Weise nutzen, die deren Betrieb beeinträchtigt;
    • keine automatisierten Zugriffe (Scraping, Bots) auf die Plattform durchführen.
  4. Der Kunde ist für die Einhaltung der DSGVO und sonstiger datenschutzrechtlicher Vorschriften bei der Nutzung der exportierten Leads selbst verantwortlich. Der Kunde verpflichtet sich insbesondere, die Bestimmungen des UWG sowie des Datenschutzrechts bei der Kontaktaufnahme zu beachten.

§ 8 Verbot von Reverse Engineering

  1. Der Kunde darf die Plattform, deren Software, Algorithmen, Datenbanken oder sonstige technische Komponenten nicht dekompilieren, disassemblieren, reverse-engineeren oder auf andere Weise versuchen, den Quellcode, die Datenbankstruktur oder die zugrunde liegende Logik zu ermitteln.
  2. Ausgenommen sind Fälle, in denen dies nach zwingend geltendem Recht (z. B. § 69e UrhG zur Herstellung von Interoperabilität) ausdrücklich gestattet ist.
  3. Ein Verstoß gegen dieses Verbot berechtigt den Anbieter zur sofortigen Sperrung des Kundenkontos und zur außerordentlichen Kündigung (siehe § 12).

§ 9 Verfügbarkeit und Wartung

  1. Der Anbieter strebt eine Verfügbarkeit der Plattform von 99,5 % im Monatsdurchschnitt an (Service Level Agreement). Nicht in die Berechnung einbezogen werden geplante Wartungsfenster sowie Störungen, die außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters liegen (z. B. höhere Gewalt, Ausfälle von Drittanbietern).
  2. Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit außerhalb der Hauptgeschäftszeiten (Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr MEZ) durchgeführt und mindestens 48 Stunden vorher per E-Mail oder über die Plattform angekündigt.
  3. Der Anbieter ist berechtigt, die Plattform für dringende, ungeplante Wartung (z. B. Sicherheitsupdates) vorübergehend einzuschränken. In diesem Fall wird der Kunde schnellstmöglich informiert.
  4. Eine Unterschreitung des SLA berechtigt den Kunden nicht automatisch zu einer Preisminderung, es sei denn, die Plattform war im betreffenden Monat an mehr als 5 aufeinanderfolgenden Werktagen nicht verfügbar. In diesem Fall ist der Kunde berechtigt, den betroffenen Monat anteilig zurückzufordern.

§ 10 Vertragslaufzeit und Kündigung

  1. Der Vertrag beginnt mit der Registrierung des Kunden auf der Plattform. Die kostenlose Nutzung (100 Credits) ist zeitlich nicht befristet.
  2. Kostenpflichtige Abonnements haben eine Mindestlaufzeit von einem Monat und verlängern sich automatisch um jeweils einen weiteren Monat, sofern sie nicht gekündigt werden.
  3. Die Kündigung eines Abonnements ist jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums möglich. Die Kündigungsfrist beträgt null Tage – eine Kündigung wird sofort wirksam zum aktuellen Periodenende. Die Kündigung erfolgt über das Kundenkonto (Stripe-Kundenportal).
  4. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor bei Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen, Verstößen gegen § 7 oder § 8 dieser AGB oder bei Missbrauch gemäß § 12.
  5. Nach Beendigung des Vertrags werden die Daten des Kunden nach Ablauf gesetzlicher Aufbewahrungsfristen (in der Regel 10 Jahre für Rechnungsdaten gem. § 147 AO) gelöscht. Der Kunde kann seine Daten vor Vertragsende exportieren.

§ 11 Support

  1. Der Anbieter stellt dem Kunden Support per E-Mail (mimir@vinspire.tech) zur Verfügung.
  2. Supportanfragen werden in der Regel innerhalb von 2 Werktagen (Mo–Fr, ausgenommen gesetzliche Feiertage in Baden-Württemberg) bearbeitet.
  3. Der Support umfasst Hilfe bei technischen Problemen mit der Plattform, Fragen zur Nutzung und Abrechnung. Nicht umfasst sind allgemeine Marketing- oder Vertriebsberatung.
  4. Der Anbieter behält sich vor, erweiterte Service-Level-Agreements (z. B. priorisierter Support, Telefon-Support) als separate kostenpflichtige Leistung anzubieten.

§ 12 Account-Sperrung bei Missbrauch

  1. Der Anbieter ist berechtigt, den Zugang des Kunden zur Plattform vorübergehend zu sperren oder dauerhaft zu löschen, wenn:
    • ein begründeter Verdacht auf missbräuchliche Nutzung besteht (z. B. Scraping, systematische Datenextraktion über das vertraglich vereinbarte Maß hinaus, Weiterverkauf von Daten);
    • der Kunde gegen wesentliche Bestimmungen dieser AGB verstößt, insbesondere gegen §§ 7 und 8;
    • der Kunde falsche Angaben bei der Registrierung gemacht hat;
    • der Kunde mit der Zahlung trotz Mahnung mehr als 14 Tage in Verzug ist.
  2. Vor einer dauerhaften Sperrung wird der Kunde nach Möglichkeit per E-Mail benachrichtigt und erhält Gelegenheit zur Stellungnahme innerhalb von 7 Tagen, es sei denn, die Sperrung ist zur Abwendung eines unmittelbaren Schadens erforderlich.
  3. Bei dauerhafter Sperrung besteht kein Anspruch auf Erstattung bereits bezahlter Entgelte, sofern der Kunde den Sperrungsgrund zu vertreten hat. Guthaben-Credits verfallen ebenfalls, sofern der Kunde die Sperrung zu vertreten hat. Andernfalls werden nicht verbrauchte Credits anteilig erstattet.

§ 13 Haftungsbeschränkung

  1. Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.
  2. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten). Die Haftung ist in diesen Fällen auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt, maximal jedoch auf den jeweils höheren der folgenden Beträge: (a) die zweifache Jahresvergütung des Kunden (bezogen auf die letzten 12 Monate vor dem schadensbegründenden Ereignis) oder (b) 10.000 €.
  3. Der Anbieter haftet nicht für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität, Erreichbarkeit oder wirtschaftliche Verwertbarkeit der über die Plattform bereitgestellten Geschäftskontaktdaten. Die Daten stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und werden ohne Gewähr bereitgestellt. Insbesondere übernimmt der Anbieter keine Gewähr dafür, dass die in den Leads genannten Unternehmen noch existieren, unter den angegebenen Kontaktdaten erreichbar sind oder für geschäftliche Kontaktaufnahmen zur Verfügung stehen.
  4. Der Anbieter haftet nicht für Schäden, die durch die Nutzung der exportierten Daten durch den Kunden entstehen, insbesondere nicht für Schäden aus der Kontaktaufnahme zu den in den Leads genannten Unternehmen.
  5. Der Anbieter haftet nicht für entgangenen Gewinn, mittelbare Schäden oder Folgeschäden, sofern diese nicht durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden.
  6. Die Haftungsbeschränkung gilt auch zugunsten der Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
  7. Der Anbieter übernimmt keine Gewähr dafür, dass die Nutzung der exportierten Daten für konkrete Marketing- oder Vertriebsmaßnahmen datenschutzrechtlich zulässig ist. Die Prüfung der Zulässigkeit obliegt ausschließlich dem Kunden.

§ 14 Freistellung

  1. Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus einer rechtswidrigen Nutzung der über die Plattform exportierten Daten durch den Kunden resultieren, einschließlich Ansprüchen wegen Verstößen gegen das Datenschutzrecht, das UWG oder sonstige gesetzliche Vorschriften.
  2. Die Freistellung umfasst auch die angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung des Anbieters (insbesondere Anwalts- und Gerichtskosten) in gesetzlicher Höhe.
  3. Der Kunde ist verpflichtet, den Anbieter unverzüglich über geltend gemachte Ansprüche Dritter zu informieren und alle zur Verteidigung erforderlichen Informationen zur Verfügung zu stellen.

§ 15 Höhere Gewalt

  1. Der Anbieter haftet nicht für die Nichterfüllung oder verspätete Erfüllung von Leistungspflichten, soweit diese auf Umstände zurückzuführen sind, die außerhalb seines zumutbaren Einflussbereichs liegen (höhere Gewalt).
  2. Als höhere Gewalt gelten insbesondere:
    • Naturkatastrophen, Pandemien, Epidemien;
    • staatliche Anordnungen, Embargos, Gesetzesänderungen;
    • Ausfälle von Drittanbietern (z. B. Cloud-Hosting, Datenquellen, API-Provider, Zahlungsdienstleister);
    • Cyberangriffe, DDoS-Attacken oder sonstige Sicherheitsvorfälle;
    • Störungen der Telekommunikationsinfrastruktur oder des Internets;
    • Streik, Aussperrung oder Arbeitskampf.
  3. Im Falle höherer Gewalt verlängern sich die Leistungsfristen um die Dauer der Behinderung. Der Anbieter wird den Kunden unverzüglich über das Vorliegen und die voraussichtliche Dauer der Behinderung informieren.
  4. Dauert der Zustand höherer Gewalt länger als 30 aufeinanderfolgende Tage an, sind beide Parteien berechtigt, den Vertrag außerordentlich zu kündigen.

§ 16 Datenschutz

Die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt gemäß unserer Datenschutzerklärung.

§ 17 Schlussbestimmungen

  1. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
  2. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters (Frickenhausen), sofern der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
  3. Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt diejenige wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen am nächsten kommt.
  4. Der Anbieter behält sich das Recht vor, diese AGB jederzeit zu ändern. Änderungen werden dem Kunden mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten per E-Mail mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Änderungsmitteilung, gelten die geänderten AGB als akzeptiert.